Skip to main content

So kannst du Java Methoden überladen

Im Mittelalter war es üblich, dass Könige oder Adlige Briefe durch ein Siegel verschlossen.

Das Siegel hatte die Aufgabe den Inhalt des Briefes vor dem gewaltsamen Öffnen zu schützen.
Außerdem hatte das Siegel die Aufgabe einen Eigentumsnachweis sicher zu stellen.

Und jeder, welcher das Siegel des Königs sah, wusste:
„Das königliche Siegel – Oh ein Brief vom König“

Und aus dem Siegel wurde irgendwann die handschriftliche Unterschrift.
Eine handschriftliche Unterschrift dient somit ebenfalls der Identifikation einer Person.

Und in der Java Programmierung gibt es ebenfalls ein solches Identifikationsmittel.
Und dieses nennt sich Signatur.

Schau dir einmal den Kopf einer Methode an.
Jede Java Methode besitzt ihre eigene Signatur.

Was ist damit gemeint?
Die Signatur besteht aus dem Namen und der Parameterliste.

Und diese Signatur ist einmalig, innerhalb einer Klasse.

Du kannst also keine Methode mit dem gleichen Namen und der gleichen Parameterliste in ein und derselben Klasse führen.

Ist das praktisch?
Ja auf jeden Fall.
Dadurch kannst du Methoden beim Aufruf nicht verwechseln.

Du stellst somit sicher, dass
deine Objekte und Programme genau das machen, was sie sollen.

Aber was ist, wenn ich eine Methode zweimal in meinem Java Programm benötige?
Dann musst du die Methode zweimal implementieren.
Diese zweite Methode muss allerdings eine andere Parameterliste haben.

Angenommen du hast eine Buchhaltungssoftware geschrieben.
In dieser Software gibt es eine Methode, welche den Rechnungspreis zurückgibt.

Jetzt ist es so, dass sich die Rechnungen unterscheiden:
Ein Teil der Rechnungen hat lediglich einen Netto-Verkaufspreis.
Andere Rechnungen sind mehrwertsteuerpflichtig.
Wiederum stehen auf manchen Rechnungen Bearbeitungsgebühren.

Und jetzt…
Erstellst du die Methode in allen möglichen Varianten mit unterschiedlichen Parameterlisten.

Das Prinzip dahinter nennt sich überladen.

Und so kannst du eine Java Methode überladen

Es ist eigentlich ganz einfach.

Und so könnte der Code aussehen:

Die Klasse Rechnung

public class Rechnung{
public void gibVerkaufPreis(double rechnungsBetrag){
System.out.println("Der Rechnungsbetrag beträgt "+rechnungsBetrag);
}

public void gibVerkaufPreis(double rechnungsBetrag, double steuerSatz){
System.out.println("Der Rechnungsbetrag beträgt "+(rechnungsBetrag*(1+steuerSatz)));
}
}

Du siehst, dass die Methode gibVerkaufPreis() zweimal vorhanden ist.
Der Unterschied besteht lediglich in der Parameterliste.

Wenn du jetzt die Methode beim Programmstart aufrufst, entscheidest du indirekt, welche Methode verwendet werden soll.


public class BuchhaltungSoftware{
public static void main (String [] args){

Rechnung rechnungEins = new Rechnung();
rechnungEins.gibVerkaufPreis(255);
rechnungEins.gibVerkaufPreis(255, 0.19);
}
}

In dem Moment, in welchem du ein bestimmtes Argument übergibst, wählst du die Methode.

Durch das Überladen einer Methode kannst du auch Standardwerte übergeben

Ich bleibe am Beispiel der Buchhaltung.

Du kannst eine Methode „gibVerkaufPreis“ schreiben.
Und diese hat eine leere Parameterliste.

Im Methodenrumpf rufst du jetzt eine deiner Methoden auf und übergibst ihr Standardwerte.

Und so sieht der Code aus:


public class Rechnung{
public void gibVerkaufPreis(double rechnungsBetrag){
System.out.println("Der Rechnungsbetrag beträgt "+rechnungsBetrag);
}

public void gibVerkaufPreis(double rechnungsBetrag, double steuerSatz){
System.out.println("Der Rechnungsbetrag beträgt "+(rechnungsBetrag*(1+steuerSatz)));
}

public void gibVerkaufPreis(){
gibVerkaufPreis(100 , 0.19);
}
}

Beim Ausführen der Methode springt sie automatisch in die Methode mit der entsprechenden Parameterliste und übergibt die definierten Standardwerte.


public class BuchhaltungSoftware{
public static void main (String [] args){

Rechnung rechnungEins = new Rechnung();
rechnungEins.gibVerkaufPreis();
}
}


So überlädst du eine Klassenmethode

Bisher haben wir ja nur Instanzmethoden überladen.

Das Ganze geht natürlich auch mit Klassenmethoden.
Es ist das gleiche Prinzip.

Du schreibst verschiedene Methoden, welche sich vom Namen nicht unterscheiden.
Und für jede Methode legst du eine unterschiedliche Parameterliste an.

Beim Methodenaufruf entscheidest du dann wieder indirekt, welche Methode du wählst.

Ich habe jetzt einmal alle drei Methoden als statische Methoden implementiert.
Und diese rufe ich dann in der main Methode auf.


public class BuchhaltungSoftware{
public static void gibVerkaufPreis(double rechnungsBetrag){
System.out.println("Der Rechnungsbetrag beträgt "+rechnungsBetrag);
}

public static void gibVerkaufPreis(double rechnungsBetrag, double steuerSatz){
System.out.println("Der Rechnungsbetrag beträgt "+(rechnungsBetrag*(1+steuerSatz)));
}

public static void gibVerkaufPreis(){
gibVerkaufPreis(100 , 0.19);
}

public static void main (String [] args){

gibVerkaufPreis();
}
}


Eine Methode, welche wir bisher ständig verwendet haben, ist die println Methode.

Und diese ist überladen.

Klar das hast du schon irgendwie mitbekommen.
Du kannst dieser Methode alles Mögliche übergeben.
Und die Methode macht daraus, was sie soll.

Sie verarbeitet somit die Argumente auf unterschiedliche Art und Weise.
Sobald du der Methode zwei Zahlen übergibst, kann sie damit rechnen.
Wenn du ihr einen Textwert gibst, gibt sie diesen zurück.
Sie wertet einen Wahrheitswert aus und gibt true oder false zurück.

Lass uns einmal diese Methode in den Java API Docs anschauen.

Zuerst die Klasse System.


Java Api Docs system

Dann folgt die Variable out.

Java-Api-Docs-out


Java-Api-Docs-printStreaam

Und dann siehst du die einzelnen Methoden.
Die println Methode ist jetzt mehrfach aufgeführt.
Du siehst, dass sich diese anhand ihrer Parameterliste unterscheidet.

Java-Api-Docs-println

Und an diesen beiden Faktoren, erkennst du diese Methode muss überladen sein.

Manchmal macht es Sinn eine Methode nicht zu überladen

Das Problem ist der Rückgabetyp.

Angenommen du hast eine Methode „gibWert“.
Und diese Methode soll eine Zahl zurückgeben.

Jetzt implementierst du diese Methode mit unterschiedlichen Parameterlisten.

  • Variante 1 gibt einen Integer zurück
  • Variante 2 gibt einen Long zurück
  • Variante 3 gibt einen Byte zurück
  • Variante 4 gibt einen Short zurück
  • Variante 5 gibt einen Char zurück
  • Variante 6 gibt einen Double zurück
  • Variante 7 gibt einen Float zurück

Und beim Methodenaufruf übergibst du die Zahl 25.

Eine neue Klasse namens „Ueberladen“

public class Ueberladen{
public static int gibWert(int zahlInteger){
return zahlInteger;
}

public static long gibWert(long zahlLong){
return zahlLong;
}

public static char gibWert(char zahlChar){
return zahlChar;
}
public static void main (String [] args){

System.out.println(gibWert(25));
}
}

Tja was kommt zurück?
Die Auswahl ist groß.
Auf jeden Fall ist es eine 25.
Aber von welchem Datentyp.

So bekommst du Probleme.
Und dann musst du vielleicht später Datentypen konvertieren.

Und das nur, weil du eine überladene Methode haben wolltest.

Es macht in diesem Fall schon Sinn den Namen besser zu wählen.
Und dann unterschiedliche Methoden zu implementieren.

Beispielsweise könnte der Methodennamen „gibInt“ oder „gibChar“ heißen.

Somit legst du verschiedene Methoden an.
Und der jeweilige Methodenname legt schon fest, was hier eigentlich los ist.

Zusammenfassung:

  • Jede Methode in deiner Java Klasse hat eine bestimmte Signatur.
  • Die Signatur setzt sich zusammen aus einer Parameterliste und einem Methodennamen.
  • Du kannst verschiedene Java Methoden, mit gleichen Namen in einer Klasse führen.
  • Dafür musst du für diese Methode andere Parameterlisten anlegen.
  • Das Prinzip dahinter nennt sich Methoden überladen.

Na, hat dir dieser Artikel gefallen?
Hast du Fragen oder Anmerkungen zum Artikel –
Dann hinterlasse mir doch ein Kommentar.