Skip to main content

So lassen sich Java Strings in char zerlegen

Java Strings sind Zeichenketten.
Und diese Zeichenketten lassen sich aufsplitten und in ihre Einzelteile zerlegen.

Ich möchte dir in diesem Beitrag Möglichkeiten vorstellen, wie du Strings in Character-Datentypen zerlegen, extrahieren und die Einzelteile in Arrays speichern kannst.

So lassen sich Java Strings zeichenweise zerlegen.

Java Strings sind Objekte.
Genau genommen sind diese, Objekte der Standard-Java-Klasse String.

Das bedeutet:
Immer wenn du einen String anlegst, bekommst du die Standardmethoden der Klassen-Bibliothek automatisch dazu.

Und eine dieser Standard-Methoden heißt: charAt().
Diese Methode hat eine Parameterliste, welche die Eingabe eines Index-Wertes einfordert.
Und dieser Index-Wert ist vom Datentyp Integer – also eine ganze Zahl.

Was macht die Methode?
Sie gibt dir das Zeichen zurück, welches du als Index übergeben hast.

Am Beispiel:
Du legst in deinem Java-Programm einen x-beliebigen String an.
Es ist völlig egal, ob du diesen mittels Konstruktoraufruf oder ohne diese anlegst.

public class StringsZerlegen {

	public static void main(String[] args) {
		String s1 = "Das ist ein Java String";// String-Objekt ohne Konstruktor
		String s2 = new String("Das ist ein zweiter Java String");// Objekt mit Konstruktoraufruf

	}
}

Nun hast du zwei String-Objekte.

Bedenke:
Wenn du eine Methode auf String-Objekte anwenden möchtest, musst du den Rückgabewert in einem neuen Objekt speichern.

Das heißt:

  • Du musst eine neue Variable anlegen.
    Die Methode charAt(index) – gibt einen Wert vom Datentyp Character zurück.
    Du musst deshalb den Rückgabewert auch in einer Character-Variablen abspeichern.
  • Dann weist du dieser Variablen den Rückgabewert mittels Zuweisungsoperator (=) zu.
  • Und dann rufst du die Methode char(index) am Objekt auf.

Klingt schwierig – ist es aber gar nicht.
So geht’s.

public class StringsZerlegen {

	public static void main(String[] args) {
		String s1 = "Das ist ein Java String";
		String s2 = new String("Das ist ein zweiter Java String");

		char char1 = s1.charAt(12);//char1 speichert die Rückgabe der Methode am Objekt s1
		System.out.println(char1);// Rückgabe J

		char char2 = s2.charAt(12);//char2 speichert die Rückgabe der Methode auf dem Objekt s2
		System.out.println(char2);// Rückgabe z
	}
}

Beiden Methodenaufrufen habe ich, den Wert 12 übergeben.
Für den ersten String wäre das 12-te Zeichen ein J.
Und beim zweiten String wäre das 12-te Zeichen ein z.

Zu diesem Zeitpunkt bekommst du genau ein Zeichen zurück.
Wir möchten erreichen, dass uns der komplette String, Zeichen-für-Zeichen, zurückgegeben wird.

So lässt du die charAt()-Methode am kompletten String durchlaufen.

Strings haben, wie Arrays auch, eine Länge.

Du kannst dir die Länge ganz einfach ausgeben lassen.
Rufe dafür die Methode length() am jeweiligen String-Objekt auf.

public class StringsZerlegen {

	public static void main(String[] args) {
		String s1 = "Das ist ein Java String";
		String s2 = new String("Das ist ein zweiter Java String");

		System.out.println(s1.length());// String s1 mit Länge 23
		System.out.println(s2.length());// String s2 mit Länge 31
	}
}

Und jetzt da du die Länge der einzelnen Java Strings kennst – kannst du eine for-Schleife erstellen.
Diese for-Schleife durchläuft den kompletten String und gibt diesen Zeichen-für-Zeichen zurück.

public class StringsZerlegen {

	public static void main(String[] args) {
		String s1 = "Das ist ein Java String";
		String s2 = new String("Das ist ein zweiter Java String");

		// for Schleife für s1
		for (int i = 0; i < s1.length(); i++) {
			System.out.println(s1.charAt(i));// Zeichen an der Stelle i
		}

		// for Schleife für String s2
		for (int i = 0; i < s2.length(); i++) {
			System.out.println(s2.charAt(i));// Zeichen an der Stelle i
		}
	}
}

Ganz kurz zum Schleifenkopf.

  • Die Schleife startet bei i =0.
    Denn der erste Index ist immer 0.
  • Das Schriftzeichen „D“ in beiden Strings befindet sich somit an der Stelle 0.
  • Die Schleife durchläuft den String solange bis s1.length oder s2.length erreicht ist.
  • Im Falle des ersten Strings hast du 23 Durchläufe und im zweiten String 31 Durchläufe.
  • Bei jedem Durchlauf wird der Index i um eins erhöht. (i++)

Im Schleifenrumpf wird dann die charAt()-Methode am jeweiligen String Objekt aufgerufen.
Es wird jeweils das entsprechende Zeichen, an der Stelle des for-Schleifen-Indexes (i), ausgegeben.

Um jetzt die Werte zu speichern, brauchst du ein Array.

So lassen sich die Schriftzeichen des Strings in einem Array speichern.

Du benötigst zwei Char-Arrays mit einer Länge, welche den Strings entsprechen.

public class StringsZerlegen {

	public static void main(String[] args) {
		String s1 = "Das ist ein Java String";
		String s2 = new String("Das ist ein zweiter Java String");
		char[] zeichen1 = new char[s1.length()];// Char-Array mit Länge 23
		char[] zeichen2 = new char[s2.length()];// Char-Array mit Länge 31
	}
}

Und dann speicherst du die entsprechenden Werte in das jeweilige Char-Array.

public class StringsZerlegen {

	public static void main(String[] args) {
		String s1 = "Das ist ein Java String";
		String s2 = new String("Das ist ein zweiter Java String");
		char[] zeichen1 = new char[s1.length()];// Char-Array mit Länge 23
		char[] zeichen2 = new char[s2.length()];// Char-Array mit Länge 31

		// Die Zeichen des Strings s1 werden im Array zeichen1 gespeichert
		for (int i = 0; i < zeichen1.length; i++) {
			zeichen1[i] = s1.charAt(i);// Speicherung an der Stelle i
		}

		// Die Zeichen des Strings s2 werden im Array zeichen2 gespeichert
		for (int i = 0; i < zeichen2.length; i++) {
			zeichen2[i] = s2.charAt(i);// Speichern an der Stelle i
		}
	}
}

Um dann die Werte aus dem Array zu lesen, benötigst du wieder eine For-Schleife.
Und diese for-Schleifen durchlaufen dann beide Arrays und geben das Zeichen an der Stelle i zurück.

public class StringsZerlegen {

	public static void main(String[] args) {
		String s1 = "Das ist ein Java String";
		String s2 = new String("Das ist ein zweiter Java String");
		char[] zeichen1 = new char[s1.length()];
		char[] zeichen2 = new char[s2.length()];

		// Die Zeichen des Strings s1 werden im Array zeichen1 gespeichert
		for (int i = 0; i < zeichen1.length; i++) {
			zeichen1[i] = s1.charAt(i);// Speicherung an der Stelle i
		}

		// Die Zeichen des Strings s2 werden im Array zeichen2 gespeichert
		for (int i = 0; i < zeichen2.length; i++) {
			zeichen2[i] = s2.charAt(i);// Speichern an der Stelle i
		}

		// For Schleife zum Lesen des Arrays zeichen1
		for (int i = 0; i < zeichen1.length; i++) {
			System.out.println(zeichen1[i]);// Ausgabe an der Stelle i
		}

		// For Schleife zum Lesen des Arrays zeichen2
		for (int i = 0; i < zeichen2.length; i++) {
			System.out.println(zeichen2[i]);// Rückgabe an der Stelle i
		}
	}
}

Was jetzt noch irgendwie blöd ist, ist die Tatsache, dass du ein Char-Array mit char-Werten hast.
Es wäre doch besser String-Werte in einem String-Array zu haben.

So lassen sich Char-Werte in String-Werte umwandeln.

Die Methode nennt sich valueOf().
Sie wird am jeweiligen String-Objekt aufgerufen.

Sie ist außerdem überladen.
Das heißt – du kannst ihr sämtliche Datentypen übergeben und bekommst einen String zurück.

Für unser Programm hieße dies:
Die Speicherung der char-Werte soll zukünftig in einem String-Array erfolgen.
Und dafür müssen die Methodenrückgaben:

  • s1.charAt(i)
  • s2.charAt(i)

umgewandelt werden.

Und heraus kommt dann:

  • s1.valueOf(s1.charAt(i))
  • s2.valueOf(s2.charAt(i))

Und so sieht die Rückverwandlung und Speicherung der Zeichen in einem String-Array aus.

public class StringsZerlegen {

	public static void main(String[] args) {
		String s1 = "Das ist ein Java String";
		String s2 = new String("Das ist ein zweiter Java String");
		String[] zeichen1 = new String[s1.length()];// String Array mit Länge des Strings s1
		String[] zeichen2 = new String[s2.length()];// String Array mit Länge des Strings s2

		// Die Zeichen des Strings s1 werden im Array zeichen1 gespeichert
		for (int i = 0; i < zeichen1.length; i++) {
			zeichen1[i] = s1.valueOf(s1.charAt(i));// Speicherung des Strings an der Stelle i
		}

		// Die Zeichen des Strings s2 werden im Array zeichen2 gespeichert
		for (int i = 0; i < zeichen2.length; i++) {
			zeichen2[i] = s2.valueOf(s2.charAt(i));// Speichern des Strings an der Stelle i
		}

		// For Schleife zum Lesen des Arrays zeichen1
		for (int i = 0; i < zeichen1.length; i++) {
			System.out.println(zeichen1[i]);
		}

		// For Schleife zum Lesen des Arrays zeichen2
		for (int i = 0; i < zeichen2.length; i++) {
			System.out.println(zeichen2[i]);
		}
	}
}

Zusammenfassung:

  • Mit der Methode charAt() kannst du aus einem Java String ein bestimmtes Zeichen extrahieren.
  • Diese Zeichen werden dir als char-Wert zurückgegeben.
  • Du kannst jedes einzelne Zeichen in einer Variablen vom Datentyp Character speichern.
    Oder du wandelst diesen char-Datentyp mit der Methode valueOf() in ein String-Objekt um.
  • Du kannst den kompletten String mit einer For-Schleife durchlaufen lassen und den String in einzelne char-Werte zerlegen.
  • Außerdem kannst du diese Char-Werte in einem Char Array oder in einem String Array abspeichern.

Ähnliche Beiträge

Java Vererbung findet auch zwischen Einkaufstüten und Polizeiautos statt

Java Vererbung

„Manchmal findet Java Vererbung auch zwischen Einkaufstüten und Polizeiautos statt“ Irrer Titel, oder? Aber mal Hand aufs Herz. Was haben eigentlich eine Einkaufstüte und ein Polizeiwagen gemeinsam? Ich verrate dir etwas: Du kannst die Verbindung nicht erkennen, denn ich habe dir nicht alles verraten. Es fehlt noch ein wichtiger Aspekt – eine Verbindung zwischen beiden. […]

Du bekommst was du vereinbarst – Die Rückgabewerte von Java Methoden

Java Methoden Rückgabetypen

Was du vereinbarst, das bekommst du zurück. Ach wäre es schön, wenn alles im Leben so funktionieren würde. Aber zum Glück funktioniert dieses Prinzip bei deinen Java Methoden. Denn du kannst den Rückgabetypen im Methodenkopf vereinbaren. Doch bevor ich dir zeige, wie du den Rückgabetypen anlegen kannst…. Lass mich dir zeigen, wofür du den Kram […]

Overriding und Vererbung – So lassen sich Java Methoden überschreiben

Java Methoden überschreiben

In Deutschland entstehen jeden Tag tolle Geschichten. So wie diese hier…. Die größte Turmuhr der Welt, die Makkah Clock, steht in Saudi – Arabien. Und zwar direkt in Mekka. Hier ein paar Eckdaten zur Uhr: Höhe des Turmes 601 m. Das Ziffernblatt der Turmuhr hat einen Durchmesser von 43 Meter Die Länge des Minutenzeigers beträgt […]

So implementierst du Instanzmethoden in deine Java Klasse

Java Instanzmethoden

In einen der letzten Beiträge habe ich dir gezeigt, wie du eine Klasse anlegen kannst. Ich habe die Klasse „Mensch“ oder „Human“ angelegt und wir haben die erste Instanzvariable implementiert. Dein Code sollte jetzt so aussehen: public class Human { int size=156;//size in centimeter } In diesem Beitrag werde ich dir zeigen, wie du Java […]

Java for Schleifen schachteln – So funktioniert es

Java For Schleifen schachteln

Diese Situation kennst du doch auch…. Du stehst an der Haltestelle und wartest auf den Bus. Dein Blick fällt auf die Uhr.   Oder du wartest an der Ecke auf deinen Freund oder Kollegen. Immer wieder schaust du auf deine Uhr.   Sie ist kaum noch wegzudenken. Die mobile Taschenuhr.   Lange Zeit wurde die […]

So kannst du deine Java Methoden ausführen

Java Methoden ausführen

Du hast die ersten Java Methoden erstellt. Doch wie greifst du jetzt auf diese zu? Wie kannst du diese Methoden in einer anderen Klassen aufrufen? Welcher Unterschied, hinsichtlich des Methodenaufrufes, besteht eigentlich zwischen deinen Java Methoden? Diese Fragen möchte ich gern in diesem Beitrag beantworten. Gehen wir dazu in den Garten und schauen uns Blumen […]

So kannst du Instanzen in Java Klassen zählen

Wie kannst du die Instanzen der Java Klassen zählen? Ganz einfach. Am besten ist es, wir bleiben beim Einführungsbeispiel zu den Java Klassen. Und ich wähle die Klasse „Monster“. Um es einfach zu halten, soll auch der Programmstart durch die Klasse erfolgen. Die Klasse bietet somit eine main-Methode an.

So kannst du Java Konstruktoren anlegen und überladen

Java Konstruktoren

Der Name sagt es schon. Java Konstruktoren konstruieren oder bauen Java Objekte. Und diese Objekte baut der Konstruktor auf Vorlage der entsprechenden Java Klasse. In diesem Beitrag zeige ich dir natürlich verschiedene Ansätze wie du den Konstruktor einsetzt. Ich zeige dir dies Schritt für Schritt. Dabei zeige ich dir auch verschiedene Dinge, welche nicht funktionieren. […]

Die drei Bestandteile aller Java Klassen

Java Klassen Bestandteile

Java ist eine objektorientierte Programmiersprache. Was heißt das? Ja… Anscheinend hat es etwas mit Objekten zu tun. Also was ist ein Objekt? Ein Objekt ist ein bestimmtes Konstrukt im Programm. Bauen wir ein Spiel. Ein Grafik-Adventure. Du kennst das. Ein Held wird in eine bestimmte Spielwelt hinein gesteckt. Der Held muss mit bestimmten Personen sprechen. […]

Hier sind ein paar richtig nette Features, die dich beim Java lernen unterstützen

Java lernen Eclipse

Was ist das Wichtigste beim Einstieg in ein neues Wissensgebiet? Nein, kein gutes Sachbuch oder ein besonders guter Lehrer. Es ist Spaß. Beim Java Lernen brauchst du Spaß. Es gibt Lehrer, welche ihren Stoff so vermitteln, dass Lernen Spaß bereitet. Aber die Grundvoraussetzung ist und bleibt der Spaß. Und nichts ist so spaßhemmend wie Langeweile […]

So nutzt du das Java Keyword public

Java Keyword public

Java Programme bestehen aus Java Klassen. Und der Zugriff auf eine Java Klasse sollte nach außen immer gewährleistet sein. Was bedeutet das? Du solltest in jeder Klasse die Möglichkeit haben, ein Objekt einer anderen Klasse anzulegen. Gerade durch diese Möglichkeit macht doch das ganze Klassenkonstrukt erst Sinn.

Das Java Leben ist einfacher mit For-Schleife

Java For Schleife Aufbau

In einem anderen Artikeln habe ich bereits über Schleifen in Java gesprochen. In diesem Artikel möchte ich dir eine ganz besondere Schleife vorstellen. Warum ist diese so toll? Sie hat einen integrierten Schleifenzähler. Die Schleife zählt also bei jedem Durchlauf automatisch mit. Aber dazu gleich mehr…. Lass uns einmal so eine For Schleife anlegen.